Muss ich Dich mit Si-Fu oder Si-Hing anreden? Sind wir “per Du”?
Sifu bedeutet soviel wie “väterlicher” Lehrer, Sihing heißt “größerer Bruder”. In der Familientradition des Wing Chun ist es üblich, dass man Lehrer, bzw. Ausbilder so anspricht. Da es sich wie schon erwähnt um eine Familientradition handelt, bin ich selbstverständlich mit jedem/jeder Wing Chun-Mann/Frau “per Du”.
Wie lange braucht man denn, um gut zu sein?
Gegenfrage:”Gut für was?”
…für die Selbstverteidigungsfähigkeit?
Nicht sehr lange, wenn man das Gelernte konsequent umsetzen kann. Wobei hier angemerkt sein darf, dass jeder Kampf und jeder Konflikt grundsätzlich immer bei Null beginnt …
…für das Erlernen der Kunst des Kämpfens?
Lange! Im Grunde genommen hört das “Dazulernen” nie auf.
(Aber das ist auch genau das Interessante daran).
…für die Kunst des Kriegers?
Manche erreichen diesen Zustand vielleicht nie, denn dies verlangt über die physische Kampfkunst hinaus auch die Kampfkunst, die sich im Geist abspielt und noch mehr…
Hat das Verbeugen etwas mit Sekte oder Religion zu tun?
Nein, wir verbeugen uns vor und nach dem Training, damit begrüßen und verabschieden wir uns. Während des Trainings bedeutet das Verbeugen einfach nur DANKE (in Asien üblich). Es besteht in meiner Schule kein Zwang, sich zu verbeugen, es ist aber, wie ich finde eine schöne Geste, sich für beantwortete Fragen erkenntlich zu zeigen.
Muss ich Prüfungen machen, um mit meinem Wing Chun weiterzukommen?
Ja. Um die Qualität unseres Wing Chun auf einem hohen Niveau halten zu können, wird jeder Schülergrad mit einer Prüfung zum jeweilig gelernten Programm beendet. Somit kann es dann grundsätzlich nicht sein, dass einer unserer Wing Chun Schüler mit einem hohen Schülergrad nicht selbstverteidigungsfähig ist. Die Prüfungen können durch Sifu Martin Hofmann auf Lehrgängen abgenommen werden. Eine “Wartezeit” zwischen den Prüfungen gibt es nicht. Entweder man kann sein Programm, oder eben (noch) nicht.
Ich bin körperlich (gesundheitlich) eingeschränkt, kann ich trotzdem am Training teilnehmen?
Teilnahmen am Konditionstraining oder Sparring sind freiwillig. Jeder Schüler hat jederzeit die Möglichkeit im Training auszusetzen und eine Pause einzulegen.
Ist man jedoch erkrankt sollte man sich schon aufgrund der Ansteckungsgefahr und der eigenen Gesundheit wegen eine Pause gönnen (“es rennt ja nichts weg”).
Weiß ich über die körperlichen Einschränkungen eines Teilnehmers bescheid, kann ich natürlich auch das Training dementsprechend darauf abstimmen.
Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es nicht auch mal “weh tut”. Ich denke, dass gehört zu einem Selbstverteidigungs-/Kampfsystem einfach dazu. Blaue Flecken hier und da (meist sind die Arme betroffen) sind nicht selten. Dennoch lege ich sehr viel Wert darauf, dass die Schüler aufeinander Acht geben und sich gegenseitig mit dem nötigen Respekt behandeln. “Schmerzen” werden somit nicht böswillig beigebracht sondern sind meist eine Notwendigkeit der entsprechenden Übung. Hier obliegt es jedem Schüler selbst, dem “Schmerz” mit dementsprechender Schutzausrüstung (z.B. Schienbein-schutz) entgegenzuwirken (meist wird hierauf jedoch verzichtet). Vergleicht man das Verletzungs-risiko im Wing Chun mit gängigen Volkssportarten wie Handball oder Fußball (ich habe selbst Jahre Fußball im Verein gespielt), so kann es als äußerst gering eingestuft werden.
Was bringt mir das Wing Chun Training eigentlich?
Das Training wirkt sich auf vielen Ebenen positiv auf den Trainierenden aus. Ihr Körpergefühl wird laufend gesteigert. (Koordinationsvermögen, Balance, Schnelligkeit, Ausdauer, Distanzgefühl aber auch die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich spürbar). Die Fähigkeit sich zu verteidigen wird stark verbessert. Das Gefühl der Sicherheit steigert somit das Selbstbewusstsein.
Was kommen außer dem Monatsbeitrag an Kosten auf mich zu?
Es fällt eine einmalige Anmeldegebühr von 30.- Euro an die Mitgliedsverwaltung an, von welcher man einen Mitgliedsausweis als Zugehörigkeitsnachweis unseres Schulverbandes ausgestellt bekommt. Nach den einmaligen Anschaffungskosten für Kleidung und Schutzausrüstung (Tief-/Hand-/Schien-beinschutz) kommen nun noch die jeweiligen Prüfungs- und die Lehrgangsgebühren hinzu.